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 Forschungsprojekte am MPIfG

Umweltschutz in katholischen Ordensgemeinschaften: Interpretieren, Bewerten und Verhandeln als Teilprozesse der Glokalisierung

Jiska Gojowczyk


 
Dieselben Begriffe können für verschiedene Menschen unterschiedliche Bedeutungen haben. Dies kann zu Problemen führen, wenn gemeinsam etwas getan werden soll. Das Projekt beschäftigt sich mit derartigen Situationen in katholischen Ordensgemeinschaften und untersucht, wie Ordensleute ihre gemeinsamen Umweltschutzziele interpretieren und welche Bewertungen und Verhandlungen innerhalb der Gemeinschaften damit einhergehen. Der Ausgang solcher Verhandlungen kann höchst relevant sein: Wird ein Protest gegen einen einflussreichen Industriesektor zum Schutz von indigenen Bevölkerungsgruppen und alten Wäldern Fürsprache und Gehör finden? Sollen knapp drei Millionen junger Menschen in jesuitischen Bildungseinrichtungen weltweit in Mülltrennung unterrichtet werden? Kompensieren fast 17.000 hochmobile Jesuiten den CO2-Ausstoß ihrer Flüge durch Zahlungen an ein eigens entworfenes Aufforstungsprogramm? Dabei ist auch zu untersuchen, ob und wie Ordensleute vor dem Hintergrund unterschiedlichster Erfahrungen der Mitglieder die Vorstellung einer geteilten Perspektive konstruieren. Aufbauend auf ein im Frühjahr 2017 abgeschlossenes Dissertationsprojekt werden mikrosoziologische Prozesse der Rekontextualisierung gemeinsamer "globaler" Umweltschutzziele in transnationalen religiösen Gemeinschaften in den Blick genommen. Die Ergebnisse der Studie sollen das Verständnis von normativen Ordnungen als Basis von wirtschaftlichen Aktivitäten schärfen und ihre transformative Kraft konkretisieren. Projektdauer: Mai 2017 bis September 2018.
 

 
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