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 Forschungsprojekte am MPIfG

Was ist der Nutzen einer Komplementärwährung? Die Auswirkungen von Sardex auf Wirtschaft und Gesellschaft

Giacomo Bazzani


 
Ein Verständnis der Auswirkungen geldpolitischer Maßnahmen setzt eine Abbildung der Geldströme auf der Makroebene sowie eine Beschreibung der sozialen Mechanismen des Geldes auf der Mikroebene voraus. Neue Formen, Zwecke, Verwendungs- und Wirkungsmöglichkeiten des Geldes werden oft anhand von Komplementärwährungen erforscht. Die Komplementärwährung Sardex wurde im Jahr 2010 in Kraft gesetzt und erreichte in der sardischen Unternehmerschaft binnen weniger Jahre 4.000 Nutzer, die hierüber Transaktionen im Wert von 80 Millionen pro Jahr abwickelten. Die Unternehmen erhalten zinslose Darlehen, um Produkte anderer Unternehmen des Netzwerks zu erwerben. Weder durch Guthaben noch durch Schulden entstehen Zinsen. In Italien haben elf weitere Regionen diese Währung nachgebildet; in Frankreich, dem Vereinigten Königreich, den Niederlanden, der Schweiz und Spanien gibt es ähnliche Komplementärwährungen. Ziel des Projekts ist es, die Auswirkungen von Sardex auf Wirtschaft und Gesellschaft zu erforschen. Erste Ergebnisse zeigen, dass sich eine Komplementärwährung positiv auf folgende Punkte auswirken kann: (1) die Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen, die Wettbewerbsorientierung des Marktes und die lokale Entwicklung; (2) das Vertrauen in wirtschaftliche und soziale Beziehungen; (3) eine Ethik wirtschaftlichen Handelns sowie die Entwicklung eines kollektiven politischen Interesses bei den Akteuren in der Wirtschaft. Projektdauer am MPIfG: Oktober 2017 bis März 2018.
 

 
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