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 Forschungsprojekte am MPIfG

Kinderschutz in vergleichender Perspektive

Ipek Göçmen


 
Kinderschutzsysteme sind definiert als "bestimmte formelle und informelle Strukturen, Funktionen und Kapazitäten, die miteinander verzahnt worden sind, um Kinder vor Gewalt, Missbrauch, Vernachlässigung und Ausbeutung zu schützen sowie auf entsprechende Vorfälle zu reagieren" (UNICEF et al., 2013). Dieses Projekt führt eine vergleichende historische Analyse der Kinderschutzsysteme in europäischen Ländern mit unterschiedlich entwickelten Wohlfahrtssystemen durch. Beim Kinderschutz verfügt jedes Land über einen spezifischen Rahmen politischer Maßnahmen, der in das politische System, das soziale Wohlfahrtssystem, den kulturellen Kontext sowie die sozialpädagogischen Traditionen eingebettet ist. Im letzten Jahrzehnt sind diese spezifischen Rahmen reformiert worden. Zu den auslösenden Faktoren hierfür zählen die zunehmende Präsenz nichtstaatlicher, privater oder gemeinschaftlicher Akteure im Kinderschutz, eine zunehmende Bewegung hin zur Deinstitutionalisierung, sowie die wachsende Zahl von Kindern aus Einwandererfamilien in Kinderschutzsystemen. Mit Bezug auf die Perspektive des historischen Institutionalismus erforscht das Projekt die Ursprünge der verschiedenen Politiken und Institutionen ebenso wie die Art der politischen Maßnahmen und des institutionellen Wandels in den letzten zwei Jahrzehnten. Projektdauer: Oktober 2017 bis September 2019.
 

 
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