Die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft wurde 1911 von Kaiser Wilhelm
II. gegründet. Grundlegender Gedanke war, um einen bedeutenden
Forscher herum ein Institut aufzubauen, an dem dieser dann
völlige Forschungsfreiheit genießen sollte. Standort der KWG
wurde Berlin-Dahlem. Den größten Anteil des Startkapitals (über
10 Mio. Mark) erbrachten die Großindustrie und die Banken.
Nach Adolf von Harnack, der der KWG von 1911 bis 1930
vorstand, wurde der international renommierte
Naturwissenschaftler
Max Planck, Physiker und
Nobelpreisträger, zum Präsidenten ernannt (1930 bis 1937 und
1945/46). Carl Bosch (1937 bis 1940), Chemiker und
Generaldirektor des I.G. Farbenkonzerns, und Albert Vögler waren
die nachfolgenden Präsidenten der KWG. An die KW-Institute
wurden viele bekannte Wissenschaftler als Direktoren berufen.
Die hohe Qualität der Forschungsleistungen belegt
eindrücklich die Zahl der verliehenen wissenschaftlichen Preise.
So erhielten Forscher der KWG im Zeitraum von der Gründung bis
1944 insgesamt 15 Nobelpreise. 1945 wird die KWG von den
Alliierten aufgelöst. Für den Interalliierten Kontrollrat war
sie "eine gefährliche Organisation, ausgestattet mit einem
beträchtlichen Kriegspotential". Das Ringen um den Weiterbestand
endete im Februar 1948 in Göttingen mit ihrer Neugründung unter
dem Namen "
Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung
der Wissenschaften".
Das nach dem ersten Präsidenten der KWG ((LINK)) (Adolf von
Harnack) benannte Harnack-Prinzip beinhaltete ursprünglich
zweierlei: zum einen die zentrale Stellung einer
Forscherpersönlichkeit, um die herum ein Institut aufgebaut
wurde, zum anderen die völlige Forschungsfreiheit, die ihm darin
gewährt wurde. Heute ist das Harnack-Prinzip in dieser Form
überholt: Fast ausnahmslos werden Max-Planck-Institute nicht um
einen einzelnen Forscher herum gegründet, außerdem wird mehr
Wert auf Interdisziplinarität und grenzüberschreitende
Zusammenarbeit gelegt. Seine Geltung behält das Harnack-Prinzip
bei der Auswahl der Forscherpersönlichkeit: Nur die Besten
sollen mit den Forschungsressourcen ausgestattet werden, die sie
dann eigenverantwortlich und frei nutzen dürfen.
Die Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften
e.V. (MPG) mit Sitz in München ist eine unabhängige,
gemeinnützige Forschungsorganisation. Sie wurde am 26. Februar
1948 als Nachfolgeorganisation der bereits 1911 errichteten und
nach dem Zusammenbruch des Dritten Reichs von den Alliierten
aufgelösten Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft gegründet. Ihr
Namensgeber ist der deutsche Physiker und Begründer der
Quantentheorie Max Planck. Max Planck selbst begleitete ab Juli
1945 als kommissarisch eingesetzter Präsident im Alter von 86
Jahren den Übergang von der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur
Max-Planck-Gesellschaft. Nach seiner Rückkehr aus der englischen
Internierung im April 1946 übernahm Otto Hahn, Nobelpreisträger
der Chemie von 1944, die Aufgabe, der einstigen
Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft eine neue Gestalt zu geben.
Heute ist die Max-Planck-Gesellschaft eine von vier großen
Wissenschaftsorganisationen in Deutschland, die die staatlich
finanzierte Forschung außerhalb der Universitäten tragen. Die
MPG fördert die Forschung in eigenen Instituten.
Max-Planck-Institute betreiben Grundlagenforschung in den
Natur-, Bio- und Geisteswissenschaften. Sie ergänzen die Arbeit
der Universitäten auf wichtigen Forschungsfeldern. Derzeit wird
die Max-Planck-Gesellschaft zu etwa 95 Prozent aus öffentlichen
Mitteln von Bund und Ländern finanziert. Die restlichen 5
Prozent kommen von Mitgliedschaftsbeiträgen und Spenden sowie
aus eigenen Erträgen.
MPG
Geschichte der MPG
Die römische Minerva wird als Göttin der Wissenschaften,
Klugheit, Ausdauer und Tapferkeit und zugleich als Beschützerin
der bildenden Künste verehrt. Die Eulenäugige, wie die Minerva
auch genannt wird, kann durch die Dunkelheit hindurchsehen und
weiß daher stets das Beste zu tun und zu raten.
Die
Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.
hat, wie schon ihre Vorgängerin, die
Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft seit 1926, das Bild der Minerva zum
Emblem gewählt. Übrigens: Auch in Köln wurde Minerva in
römischer Zeit verehrt. Der Name der im 11. Jahrhundert erbauten
romanischen Kirche "
St.
Maria im Kapitol" verweist auf einen Bau, der vorher an
ihrem Platz gestanden hat. Wo St. Maria im Kapitol heute steht,
ließ Kaiser Claudius im Jahre 50 n. Chr. einen Tempel der so
genannten kapitolinischen Trias (zu Ehren der Gottheiten
Jupiter, Juno und Minerva) errichten. Vorbild des Tempels war
das Kapitol in Rom.
Max Planck war einer der bedeutendsten Physiker des 19. und
20. Jahrhunderts. Als Karl Ernst Ludwig Max Planck wurde er am
23.4.1858 in Kiel geboren. Er promovierte im Alter von 21 Jahren
und wurde 6 Jahre später Professor in Kiel, 1892 Ordinarius in
Berlin. Seine Forschungsschwerpunkte waren
Wärmestrahlungstheorie und Thermodynamik . Im Lauf seiner
Studien über die Wärmestrahlung entdeckte er 1899 eine neue
Naturkonstante, das nach ihm benannte "Planck'sche
Wirkungsquantum", das er am 14.12.1900 der Physikalischen
Gesellschaft in Berlin präsentierte. Während Planck gegenüber
der Einstein'schen Lichtquantenhypothese lange skeptisch blieb,
erkannte er sofort die Tragweite der 1905 begründeten speziellen
Relativitätstheorie, deren rasche Durchsetzung in Deutschland
vor allem sein Verdienst war. 1918 erhielt Planck für seine
Leistungen in der Entwicklung der Quantentheorie den Nobelpreis
für Physik.
Planck lenkte als einer der vier ständigen Sekretäre ab 1912
mehr als 25 Jahre die Geschicke der Preußischen Akademie der
Wissenschaften, die zu seinem 70. Geburtstag die
"Max-Planck-Medaille" stiftete, deren erster Preisträger Planck
selbst war. Max Planck starb am 4.10.1947 in Göttingen. 1948
wurde die
Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften,
deren Präsident Planck 1930 bis 1937 und 1945/46 gewesen war, in
"Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften"
umbenannt.
Weitere Informationen:
Max Planck
Literatur:
Hartmann, H.: Max Planck als Mensch und Denker (Basel 1953)
Kretzschmar, H.: Max Planck als Philosoph (1967)
Hermann, A.: Max Planck (28.-29. Tsd. 1995)
Mit dem Kölner Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung
gründete die Max-Planck-Gesellschaft 1985 ein Institut, das
langfristig ausgerichtete, anwendungsoffene
sozialwissenschaftliche Grundlagenforschung betreiben soll. Ziel
des Instituts ist es, mittels empirischer Forschung Beiträge zu
einer Theorie der Organisation und Steuerung hoch entwickelter
Industriegesellschaften zu leisten. Das Institut untersucht die
Problemlösungsfähigkeit moderner Gesellschaften im Wechselspiel
von staatlicher Steuerung und gesellschaftlicher
Selbstregulierung.
Das MPIfG betreibt keine Auftragsforschung. Wie an anderen
Max-Planck-Instituten werden die Fragestellungen der Forschung
von den Institutsdirektoren definiert; die wissenschaftlichen
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden dabei einbezogen. Das
MPIfG wird von einem Kollegium von zwei wissenschaftlichen
Direktoren geleitet, die sich alle zwei Jahre in der
Geschäftsführung abwechseln, die Verantwortung für alle Projekte
und Personalentscheidungen aber gemeinsam tragen.
Die Gesellschaftswissenschaften können nur selten Rezepte zur
Verfügung stellen, mit denen eine beabsichtigte Wirkung erreicht
werden kann. Politik ist keine Technologie, und eine
Ingenieurwissenschaft der Politik wird es nie geben, weil die
Objekte politischer Interventionen deren Logik verstehen,
vorhersehen und damit durchkreuzen können. Eine
Gesellschaftsforschung, die zur Klärung der Grenzen und
Möglichkeiten der kollektiven Bearbeitung bestimmter Probleme
beiträgt, kann einen wichtigen Beitrag zur Praxis moderner
Demokratien leisten,ohne dass sie von vorneherein wissen und
wollen muss, was sie im Einzelnen bewirken könnte.
Nein, denn das MPIfG ist ein außeruniversitäres
Forschungsinstitut. Unter bestimmten Bedingungen können aber
Diplomarbeiten und Dissertationen im Rahmen von
Forschungsprojekten von Wissenschaftlern am Institut betreut
werden.
Fördermöglichkeiten und Gastwissenschaftlerprogramm
Durch regelmäßige Selbst- und Fremdevaluierung legt das
MPIfG über Zielsetzung, Zielerreichung und Ressourceneinsatz
Rechenschaft ab. Der
Fachbeirat, eine international zusammengesetzte, unabhängige
wissenschaftliche Evaluierungskommission, begutachtet und
bewertet die wissenschaftlichen Projekte und ihre Ergebnisse in
regelmäßigen Abständen und berät die Direktoren bei der Planung
neuer inhaltlicher Schwerpunkte.
Die Arbeitsergebnisse des Instituts finden Niederschlag in
Beiträgen seiner Mitarbeiter auf Fachtagungen und Konferenzen
sowie in wissenschaftlichen Publikationen, wo sie einer
kritischen Bewertung durch Fachkollegen unterzogen werden. Drei
Publikationsreihen dokumentieren die Forschungsarbeit des MPIfG:
Nein. Die
Bibliothek des
MPIfG steht in erster Linie den Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftlern des Instituts zur Verfügung. Externe Nutzer
können aber jederzeit über das Internet im
Online-Katalog der Bibliothek
recherchieren. Nach
Voranmeldung sind auch Recherchen vor Ort möglich. Die
Bibliothek ist eine Präsenzbibliothek, eine Ausleihe von Büchern
ist daher nicht möglich.
Das Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung ist ein
Institut der
Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.
(MPG), die aus öffentlichen Mitteln von Bund und Ländern
grundfinanziert wird. 10 Prozent ihres Gesamtbudgets wirbt die
MPG als Projektmittel ein, 5 Prozent stammen aus
Mitgliedschaftsbeiträgen, Spenden und eigenen Erträgen. Das
Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung wird von der MPG
über einen regulären jährlichen Haushalt finanziert. Das
Institutsbudget deckt Personalkosten, Sachkosten, die nationale
Nachwuchsförderung und die Zusammenarbeit mit dem Ausland.
Die Forschungsarbeit am MPIfG findet in
Forschungsprojekten statt, die teils von einzelnen Forschern,
teils von international kooperierenden Forschergruppen
durchgeführt werden. Das MPIfG betrachtet die Kooperation mit
Kollegen an ausländischen Universitäten und Instituten als
wünschenswerte organisatorische Form vergleichender Forschung.
Die Forscherteams finden sich zu Workshops und Tagungen
zusammen, um die Arbeitsschritte von der Themenfindung über
Literaturstudium, Datenerhebung, Interviews bis hin zur
Auswertung des Materials und schließlich zur Veröffentlichung
der Ergebnisse miteinander abzustimmen.
Das MPIfG verfügt über 31 Planstellen, darunter 14 für
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, sowie Fördermittel für
etwa 20 Doktoranden und Postdoktoranden. Weitere
wissenschaftliche Mitarbeiter werden über Programme der EU und
anderer Projektträger finanziert. Zahlreiche inländische und
ausländische Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftler
verbringen Forschungsaufenthalte am Institut..