|
|
Gegenstand der
Wirtschaftssoziologie ist die Untersuchung
wirtschaftlicher Phänomene und Strukturen mit dem
theoretischen und methodischen Instrumentarium der
Soziologie. Untersucht werden Produzenten und
Konsumenten, Felder, Netzwerke, Industrien, Märkte
oder auch ganze Ökonomien, sowohl in struktureller
als auch in dynamisch-historischer Perspektive.
Grundannahme wirtschaftssoziologischer Forschung ist
dabei, dass wirtschaftliches Handeln und ökonomische
Resultate von den Kontextfaktoren geprägt werden,
vor deren Hintergrund Wirtschaftsakteure handeln.
Hierbei geht es ebenso um institutionelle und
kognitive Kontexte wie um Netzwerkstrukturen und
soziale Macht.
In der zu beobachtenden
Renaissance wirtschaftssoziologischer Forschung
während der letzten 25 Jahre haben sich verschiedene
Ansätze entwickelt, mit denen sich die Soziologie
die Wirtschaft als Forschungsgegenstand erschließt.
Es besteht ein diversifiziertes Feld theoretischer und
methodischer Ansätze, was sich auch in der
Pluralität wichtiger Handbücher und Sammelbände in
dem Themenbereich niederschlägt. Zentrale
theoretische Konzepte wie „Einbettung“,
„Institution“, „Feld“ „Netzwerk“, „Sozialkapital“
oder auch „soziale Konstruktion von Märkten“ stehen
dabei häufig nebeneinander, werden in höchst
unterschiedlicher Weise verstanden und nur selten
aufeinander bezogen. Zudem wurde ein großer Teil der
Entwicklung in der Wirtschaftssoziologie in
Abgrenzung von der neoklassischen Ökonomie vor allem
durch empirische Fragestellungen vorangetrieben,
häufig ohne die dahinter stehenden theoretischen
Problemstellungen hinreichend zu explizieren. Auch
das Verhältnis zwischen theoretisch-konzeptionellen
Grundlagen und methodischem Ansatz ist oftmals nur
wenig reflektiert.
Ziel der Tagung ist es,
theoretische Grundprobleme der Wirtschaftssoziologie
herauszuarbeiten, Potentiale und Grenzen
unterschiedlicher theoretischer Ansatzpunkte
wirtschaftssoziologischer Forschung zu reflektieren
und mögliche Verbindungen zwischen Ansätzen zu
identifizieren.
|
|
|